Grenzen

"In einer Welt, die verrückt spielt, ist nur ein Irrsinniger wahrhaft geisteskrank."

Grenzen sind wichtig. Gerade dann wenn es darum geht die eigenen Grenzen aufzuzeigen. Das ist zugegebener Maßen eine große Schwäche von mir. In einer Gesellschaft wie dieser, wo jeder sich selbst am nächsten steht, regiert das „Ich“. Doch mein „Ich“ beschäftigt sich leider nicht mit sich selbst. Es hat nie gelernt sich selbst zu schützen und ist immer darauf bedacht, seinem Umfeld zu gefallen. Das Wort „Nein“ ist für mein „Ich“ nicht existent.

Warum also fällt es meinem „Ich“ so schwer, einfach mal zu sich selbst zu stehen. Wieso hat es immer das Gefühl sich vor anderen rechtfertigen zu müssen. Ist es wirklich so, dass ich mein Selbstwert aus anderen schöpfe? Ich musste das Leben doch sowieso nehmen wie es kommt - mit allen Höhen und Tiefen.

Doch durch diese chronische Gleichgültigkeit mir gegenüber befand ich mich größtenteils im Tal und schleppte mich Meter für Meter in eine Höhle der Unsicherheit. Ich verlor mich im Gedankenchaos, erschuf Flüsse voller Tränen, baute Wege die ins Nirgendwo führten und errichtete Krater voller Selbstzweifel.

Man sagt, ohne Vertrauen ins Leben kann ein Mensch keine „Ich“ Identität entwickeln. Besitze ich denn keine „Ich“ Identität? Bin ich wirklich nur eine Silhouette meiner selbst? Wie soll ich lernen, Menschen zu vertrauen wenn ich ständig gegen die Mauern anderer stoße? Wie schaffen andere das? Sie haben die Höhle der Unsicherheit schon lange verlassen und haben ihre Flagge auf der Bergspitze gehisst! Sie waren die Helden des Alltags. Würde ich es auch irgendwann schaffen meine graue Fahne an dem Gipfel des Berges zu positionieren?

Vielleicht bin ich ja auch einfach jemand ganz besonderes. Zitat-recycling:
Alle denken nur an sich, nur ich, Ich denke an Dich! Ich nehme immer viel Rücksicht auf andere, stecke meine Bedürfnisse komplett zurück. Vielleicht bin ich ja gar nicht so schwach wie ich denke sondern eine sehr starke Persönlichkeit! Möglicherweise sind die Menschen in meiner Umgebung doch nicht so stark wie ich denke und ich idealisierte sie nur.

und wo setzt du deine Grenzen?
Baust du noch oder lebst du schon?
Ich befinde mich im Rohbau ... noch!

30.10.16 23:16, kommentieren

Facetten

Die Tage vergingen, es ist kühler geworden und in den Geschäften werden bereits die ersten Lebkuchenherzen verkauft. Dabei ist es doch erst Oktober. Irgendwie muss ich dann doch an Weihnachten denken und wurde traurig. Ich betrachte oft den Himmel und frage mich, wie ich dieses Jahr Weihnachten verbringen werde. Ich weiß, dass ich alleine sein werde. Mal wieder. Nur dieses Mal in einer Klinik. Es ist frustrierend.

Ich zweifel alles an - einfach alles. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob diese Therapie das richtige für mich ist. Ich fühle mich schlecht, hintergangen und teilweise werde ich langsam aber sicher paranoid. Wieder mal ließ mein Körper mich spüren, wie unglaublich unsicher er ist. Das ich keine Identität habe. Keinen Charakter.. Ich bin nur ein Schatten.. Die Persönlichkeiten wähle ich jeden Tag auf ein Neues aus. Meistens gelingt es mir.. Nur heute, heute steckte irgendwie der Wurm drin.
Und zwar so n richtig fetter ekliger Wurm.

BPS Patienten sind eigentlich recht starke Persönlichkeiten.
Warum macht mich das heute so fertig? Ich konnte mit der tiefsten Depression genauso umgehen wie mit einer Überschwänglichen Phase. Ich bin wie das Gaspedal eines Mustangs. Das Tacho der Emotionen ging in wenigen Sekunden von 0 auf 100. Vielleicht hatte ich noch Schwierigkeiten diesen temperamentvollen Wagen auf der Straße meines Lebens zu fahren. Aber ich werde es schaffen - Ich musste nur an mir arbeiten. Und du?
Du bist dann doch eher die VW Klasse und hast schon Probleme beim anfahren. Jeder kleinste Berg ist eine Herausforderung für Dich. Deine Strecke entspricht der Route 66 während meine sich
wie die Nordschleife des Nürburgrings anfühlt.

Facetten habe ich unglaublich viele. So wie bei einem Zauberwürfel. Vielleicht ist er bei anderen in den 6 verschiedenen Farben komplett richtig zusammengesetzt. Bei mir ist er bunt. Vielleicht kann es nicht jeder direkt erkennen.
Aber die einzelnen Fragmente waren immer vielseitig durchgemischt.. Egal wie man die einzelnen Teile verdreht, jede Fläche ergab so ein komplexes Muster, dass man sich damit befassen muss.

"Einfach kann eben jeder."
Und ich, ich bin nicht einfach...

1 Kommentar 28.10.16 16:17, kommentieren

Frühlingsgefühle gepaart mit Schlaflosigkeit

In der Klinik hat sich der Alltag eingeschlichen. Mir war langweilig.
Mein Partner setzte meine Beziehung über einen virtuellen Messenger auf Eis und meine Hormone..
ja, meine Hormone fielen so langsam in den Winterschlaf.
Durch meine neuen Medikamente fühlte ich mich bereits asexuell und bekam Hitzewallungen.

Körperlicher Befund: 31 Jährige Patientin in reduziertem Allgemeinzustand, gebrochenen Herzen
mit schweren Läsionen. V.a. Broken Heart Syndrom.
Und dann..dann kam ER . Ich nenne ihn einfach mal "den Bachelor der Pfleger" Oh mein Gott - was war denn jetzt los? Frühlingsgefühle in der Klapse oder was??
Ich wurde dezent tachykard und meine Hormone zelebrierten den Dopaminüberschuss. Entgegen meinen Erwartungen bekam ich von dem Bachelor heute keine Rosen. Wenigstens sorgte die Kombi aus Trevilor und Dr.X dafür, dass mein Serotoninspiegel stabil blieb.

Ach naja.. es war ja nicht das erste Mal, dass Männer vor mir die Flucht ergreifen. Da es unmöglich an meinem Aussehen liegen konnte, musste meine psychische Macke eben als Entschuldigung für meinen Korb hinhalten. Ich fragte mich schon immer, warum ich auf zwischenmenschlicher Ebene jedes Mal total versage. Warum ich nie in der Lage war, meine Grenzen aufzuzeigen.
Auch hier fungierte meine Borderline als perfekte Ausrede für mein Versagen.

Und jetzt?
Jetzt sitze ich mal wieder auf meinem Bett und versuche mich
in den Schlaf zu grübeln. Ich frage mich sowieso, warum in meinem Kopf immer der Ausnahmezustand herrscht wenn ich auf der Suche nach Schlaf bin. Das beknackte Sandmännchen wollte sich heute irgendwie auch nicht auf kleinere Deals mit mir einlassen.

28.10.16 00:27, kommentieren

Das erste Einzelgespräch mit Dr. X

Irgendwas war in mir...
Ich konnte es nicht deuten, es war nicht greifbar.
Es fühlte sich einfach nur schlecht an.
Heute stand ein Einzelgespräch an. Eine ganze Stunde!
Motiviert ging ich also in mein "Einzel"
Den Klapsen"slang" hatte ich also auch schon drauf. Schön!

Da kam er!
Ich nenn ihn jetzt mal Dr.X
Dr. X schlenderte den Stationsflur entlang und ich bekam schon einen leichten Druck auf der Brust. Sollte ich mit 31 meinen ersten Herzinfarkt bekommen? Nein.. es war Panik! Die Panik vor einem fremden Mann einen seelischen Strip abzulegen! Wollte ich wirklich mit meiner Vergangenheit konfrontiert werden? Ich hatte bisher doch immer alles so gut verdrängen können! Nachdem ich meine Schnappatmung wieder unter Kontrolle hatte, war ich bereit!

"Okay Liz ... dreh jetzt nicht wieder durch! Du bist gesund!
Nur halt nicht im Kopf!" dachte ich.

Er bat mir einen Platz in seinem Zimmer an und ich setzte mich. Wortlos starrte ich in eine Ecke und spielte nervös mit meinem Akupressurring. Ich konnte ihm nicht in die Augen sehen. Ich drehte mich sogar seitlich weg. Wie unhöflich ist das denn bitte?! So bin ich doch eigentlich nicht. Es war, als ob er in meine Seele schauen konnte. Ich schämte mich. Aber warum?
Dabei hatte das Gespräch noch nichtmal angefangen.
Er fragte mich, ob ich ihm etwas aus meinem Leben erzählen möchte..

Was bitte ist "etwas"..
Wo sollte ich denn da anfangen und wo endete es?
Ich baute wieder meine Mauer und konterte damit, dass es mir sehr große Schwierigkeiten bereitet, mit Männern über meine Vergangenheit zu sprechen.

Doch wie sollte Dr.X mit mir arbeiten?
Kommunikation = Bahnhof. Ich bekam also ein paar Stunden für mich und ging in mich. Vielleicht war ich nicht sehr gut auf der verbalen Ebene aber mir blieb das Schreiben... Schreiben war wie eine Therapie für mich. Chronologisch, ja fast wie bei einem Lebenslauf, kritzelte ich Stichwortartig mein Leben auf 2 Blatt Papier.

Dann ging es los.. Diesmal war ich aber nicht unbewaffnet. Ich setzte mein Pokerface auf und trat selbstbewusst in sein Zimmer.
Emotionslos berichtete ich über meine Kindheit. Ich ratterte meine Stichpunkte ab, als würde ich das Tagesangebot einer Werbetafel ablesen. Bei den turbulenteren Phasen in meinem Leben, fragte er jedes Mal was ich empfinden würde. Meine Antwort war immer die gleiche: Ich empfand nichts. Keine Wut, keine Angst, keine Trauer.. nichts. Es war mir egal. Dachte ich....
Radikale Akzeptanz. Es passierte etwas in meinem Leben und ich habe es akzeptiert. Ich konnte es nicht ändern aber ich sollte lernen, es zu verarbeiten.

Im Laufe des Abends merkte ich, wie all meine Emotionen in mir aufstiegen. Manchmal musste ich weinen. Den Grund kenne ich leider noch nicht. Ich reflektierte mein ganzes Leben und stellte fest, dass es wie ein Puzzle war. Ich, der Künstler dieses Bildes, hatte es mehrmals zu Boden geworfen und war nun nicht mehr in der Lage, die einzelnen Teile zuzuordnen. Es bestand doch nur aus Grautönen. Wie sollte ich das schaffen? Mir wurde klar, dass wichtige Teile fehlten und ich spürte, dass einige davon kaputt waren. Für immer...

(Fortsetzung folgt...)

Jenga - klicken und fühlen


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Für alle Follower:
Ich möchte mich nochmals bei ALLEN bedanken. Wow.. Ihr gebt mir so unglaublich viel Feedback und es fühlt sich gut an. Ich werde jedem einzelnen antworten, wenn ich die Zeit finde! Vielen Dank! Fühlt euch umarmt

1 Kommentar 26.10.16 22:27, kommentieren

Die Angst vor der Zukunft

Die 30 er Grenze habe ich jetzt schon lange überschritten.
Früher dachte ich immer: Mit 30 würde ich Kinder und eine Familie haben, verheiratet sein, mein eigenes Auto haben, jaa bestenfalls sogar ein Haus mit Wintergarten.

Doch dann kam das Leben und drückte mir eine Einweisung für die Psychiatrie in die Hand. "Schönen Dank auch!" dachte ich.
Ich hatte doch keine Ahnung was ich mit meinem Leben anfangen soll? Der Plan war: Alles neu umzustrukturieren. Da ist nur dieser Umstand meines Alters, meiner finanziellen Situation und dem Gefühl der Sicherheit, welche mir mein momentaner Arbeitsplatz gab.Doch was gibt Dir Sicherheit, wenn du deinen inneren Frieden nicht findest und auf der ständigen Suche nach etwas bist, was du nicht mal definieren kannst.

Was also war mein Ziel?
Jeden Morgen wurde ich durch die arglistige Täuschung meines Weckers aus dem Bett geschmissen, schleppte mich ohne Motivation ins Bad und starrte in zwei müde Augen. Sie waren nicht nur müde, nein, sie sahen immer das gleiche, alles wiederholte sich, der Verfall der Straßen war so symptomatisch wie der meines Körpers. Der Weg zu meinem Arbeitsplatz war immer noch mit Straßenlichtern beleuchtet als ich in den Tag starten wollte. Im Takt der Musik, die ich hörte, erloschen sie langsam und nahmen meine Motivation gleich mit.

Jedes Mal fragte ich mich: Gehen oder Bleiben?
Ich war definitiv zu jung um zu bleiben aber auch zu alt um nochmal etwas Neues zu beginnen! Ab wann ist man eigentlich zu alt um etwas Neues zu beginnen? Wie schnell verwerfen wir Ideen, die uns glücklich machen würden, mit der Ausrede, dass man schon zu alt für einen Neuen Lebensabschnitt wäre. Sollte ich in der zweiten Hälfte meines Lebens noch einen Aufbruch wagen? Vielleicht war mein Hirn auch einfach zu unflexibel um sich nochmal umzustellen...

Stichwort: Ambivalenz
(Fortsetzung folgt..)

Asaf Avidan - In a Box II - Her Lies

25.10.16 15:31, kommentieren

Schubladendenker

Ich habe sehr viel Resonanz zu meinem Blog bekommen.
Viel positives aber auch negatives. Vielen Dank erstmal!
Nicht, dass es mich in irgendeiner Weise tangiert in Schubladen gesteckt zu werden aber ich bin ja immer für Aufklärung.

"Oh Borderliner.. das sind doch die, die sich immer Ritzen"
"Bitte geradeaus schneiden und nicht längs."
Ja genau..
Homosexualität ist auch eine Erkrankung und Epileptiker sind besessen vom Teufel...

Was bedeutet es eigentlich an "Borderline" zu leiden?

- zwischenmenschlichen Beziehungen sind oft mit Konflikten verbunden und instabil. Man idealisiert den Partner.
- Selbstbeschädigungen, Selbstverletzungen, ausgeprägte Spannungs- und Angstgefühle gehören zum Alltag.
- Empfindungen von innerer Leere und Selbstentwertung gehören zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen!
- Das Dopamin, das spart man sich, falls man es nochmal braucht

Ich war selbst nicht in der Lage mich selbst zu lieben, wie konnte ich dann erwarten, dass es ein anderer macht?
Meine Gefühle sind wie eine semipermeable Membran.
Mein Vertrauen ist von Mauern umgeben.. und ich bin der Meister der Streiche - wenn es darum geht mich selbst zu belügen!

Ich erwarte nicht, dass man es nachvollziehen kann
aber Toleranz kann echt sexy sein. ;-)
Es ist nicht Ordnung, Menschen aufgrund einer schlechten Lebensphase oder Erkrankung zu diskriminieren.

There is nothing either good or bad, but thinking makes it so.

1 Kommentar 24.10.16 13:32, kommentieren

Die Verhaltensanalyse

Und auf einmal drehte sich meine Welt!

Knapp 2 Wochen sind jetzt vorbei und ich nehme an einem DBT Programm teil.
Diese spezielle Form der Therapie ist für BPS Patienten geeignet.

BPS -Borderline Persönlichkeitsstörung
DBT - Dialektisch Behaviorale Therapie

Völlig frei von Vorurteilen startete die erste Therapiestunde für mich. Es gab dort sogenannte Achtsamkeitsübungen.
Gedanken Flic Flac,
Asoziationsketten mit anderen Patienten bilden,
Übungen mit gezielter Fokussierung auf die Atmung oder bestimmten Zentren des Körpers.
Es ging also gleich morgens um 07:30 Uhr los.
Kein Kaffee, keine Stulle.. meine Laune war so gut, dass ich mit Pflastersteinen hätte werfen können.

Ich atmete langsam ein und aus.. Mein Blick klebte an dem Minutenzeiger der Wanduhr.
Die Zeit lief rückwärts. Mein Magen eröffnete mit einem gigantischen tiefen Brummen ein kleines Konzert. Ich war so hochkonzentriert wie der Blümchenkaffee dieser Abteilung.
Nachdem wir diese Übung beendeten fragte mich der Therapeut, was genau mein Tagesziel wäre?

Tagesziel?
"Na überleben und im Regen tanzen - Was ist denn das für eine Frage?" Es war mir alles zu suspekt.


Das ganze nannte man hier Tagesbilanz Runde. Gut ok.. spiel ich eben das Psycho Spiel mit - wird schon einen Grund haben.
Ich setzte mir ein Ziel, welches mir des öfteren Schwierigkeiten bereitet. Meistens waren es Zwischenmenschliche Fertigkeiten.
Gegen Abend wurde dann in der Gruppe besprochen, ob man es geschafft hat oder es wurde geklärt warum man es nicht geschafft hat. So hatte jeder von uns seine Baustelle..
Nur das meine Baustelle einem Einschlagskrater ähnelte.
Jetzt würde mein Psychologe einwerfen: Das ist doch alles Subjektiv! "Natürlich ist es subjektiv!"
Jeder Mensch konstruiert seine eigene Wirklichkeit und er war bestimmt keine Ausnahme!

Nachdem ich meinen Körper mit Pappbrötchen und sowas ähnlichem wie Käse vergiftet hatte, stand die nächste Therapie Stunde an...
Bewegungsgruppe für Einsteiger?
Was das wohl sein wird?

Ich werd es euch sagen: Tai Chi
Ich muss jetzt noch schmunzeln wenn ich daran denke, dass ich gestern wie ein gehbehinderter Kranich mit 7 anderen durch den Raum gehüpft bin.

(Fortsetzung folgt...)






Neugeboren - Meral al Mer

5 Kommentare 21.10.16 16:32, kommentieren

Der erste Konflikt

Und auf einmal drehte sich meine Welt!

Also gut, mir wurde eine Borderline Störung diagnostiziert.
Heute wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass ich bei einem Konflikt emotional sehr instabil reagiere.

Ich könnte mich jetzt mit einem V8 Motor vergleichen.
Von Null auf Hundert, in wenigen Sekunden.
Nur eine kleine Berührung oder unbewusste Anspielung auf meiner Emotionalen Ebene,
meinem nicht vorhandenen Selbstwert und ich reagiere wie ein Kleinkind, dass nie gelernt hat zu kommunizieren.

Ich gebe meinem Ventil Luft und werde persönlich, ich schreie, werfe mit Gegenständen und verletze andere,
oder mich selbst..

Doch warum?
Warum kann ich mit 31 Jahren nicht sachlich bleiben und muss immer alles persönlich nehmen und diskutieren.
Warum kann es mir nicht einfach egal sein, was andere von mir denken oder deren Meinung einfach tolerieren.
Wie sah also mein Plan aus?
Wie ging ich denn sonst immer mit diesen Konflikten um?

Ich ging ihnen aus dem Weg und ignorierte die betreffende Person.
Aber was sollte ich hier machen?
Der Konflikt schlief in meinem Zimmer.

Nachdem ich mich etwas beruhigen konnte, beschloss ich das Gespräch mit dem Arzt zu suchen.

Stichwort: Lösungsorientiertes Verhalten. Was war also die Lösung?
Für mich war die Sache ganz klar: Ein Einzelzimmer! Vermeidung!
Für ihn? Eine Lösung die für mich undenkbar ist. Kommunikation! Akzeptanz!

Im Grunde hat er ja Recht, aber da war noch diese eine Sache die mir im Weg steht.

Mein Stolz...

Fortsetzung folgt...

20.10.16 22:53, kommentieren

Der Weg in die Psychiatrie

Und auf einmal drehte sich meine Welt!

Wenn man mich vor einigen Jahren gefragt hätte, was ich von Menschen in einer Psychosomatischen Klinik halte, schäme ich mich heute für meine Intolerante, recht dumme Antwort!

Ein Vorurteil bietet meist eine Möglichkeit der folgenden Reaktion: „Was mir fremd ist muss auch schlecht sein, deswegen bekämpfe ich es oder gehe der Sache komplett aus dem Weg.“

Vermutlich ist es Karma, dass ich jetzt hier bin. Anfangs habe ich mich sehr geschämt, über meine Probleme mit einem Therapeuten zu sprechen. Mit Therapeuten über mein Leben sprechen?

Echt jetzt?
Warum?

Ich konnte bisher doch auch immer alles alleine regeln.Ich blockierte und nahm keine Hilfe an.. Nach einiger Zeit begriff ich, dass es gar nicht so schlecht war,mal seine schwache Seite zu zeigen.
Sich einfach mal fallen zu lassen, sich zu öffnen ... zu kommunizieren!

Ich konnte mich mit anderen austauschen, die genau das gleiche fühlten wie ich. Sie verstanden mich. Ich verstand sie. Wir waren wie ….emotionale Zwillinge.

Es wurde nichts bewertet. Nein, im Gegenteil wir halfen uns gegenseitig. Von einer Krise in die nächste… Wir waren füreinander da.Wir hatten uns hier unsere eigene kleine Welt geschaffen.
Nur fragte ich mich, ob dies gut oder schlecht war.

Irgendwann musste ich doch wieder zurück…

Fortsetzung folgt….

2 Kommentare 10.10.16 15:37, kommentieren

Grau

Und auf einmal drehte sich meine Welt!

Ich wusste schon immer, dass ich auf meine Art sonderbar war
sonderbar.. wie definiert man das?
Normal, verrückt, dick, dünn, schwarz, weiss…bunt?
Nennen wir es grau.
Ja ich war grau.
Es war einer dieser Tage..
Der Wecker klingelt und mein Kopf sagt:
"komm schon, steh auf!"
"Bemüh Dich!"
"Du musst arbeiten!"
"Du musst Geld verdienen!"
"Mensch Liz..Du bist doch zu jung um erschöpft zu sein."
"Das redest du Dir alles ein!"
"Sei doch einfach wie die anderen - die schaffen es auch!"
"Pass Dich verdammt nochmal an!"
Doch mein Körper …. ja, mein Körper war müde.

Phase 1
chronische Müdigkeit

Hier möchte ich kurz ein Zitat einwerfen:

“6 Monate lang konnt ich nicht schlafen… konnt ich nicht schlafen… konnt ich nicht schlafen… Schlaflosigkeit vernebelt die Realität! Alles ist weit weg… Alles ist eine Kopie einer Kopie einer Kopie…”
(Fight Club)

Ich habe täglich gefühlte 42 Stunden geschlafen, war müde von meinem Alltag, von den Menschen die mich umgeben.
Einfach so unglaublich müde von stupiden Gesprächen, denen ich ohnehin nicht folgen konnte. Ich wollte es auch nicht.
Müde von jenen die mein Vertrauen missbraucht haben.
Müde vom Leben.

Phase 2
Selbstwert

Selbstwert .. was war das gleich nochmal?
Da war es wieder..
Dieses Gefühl der inneren Leere, Meine Form, meine Silhouette, besaß in meiner Vorstellung keinerlei Details.
Das war nicht ich, sondern der Schatten meiner selbst.

Angst und Panikattacken gehörten nun zu meinem Leben, genauso wie Suizidale Gedanken.
Ich grübelte Tag und Nacht, ständig war ich unter Strom und konnte meine Gedanken nicht abstellen, geschweige denn sortieren.
Ich hatte einfach keine Kraft mehr.. Alles war so sinnlos und aussichtslos. Was sollte ich nur machen? Ich stand einfach neben mir und sah zu wie alles zusammenbrach.

Phase 3
Zerstörung

Ich wollte einfach dem Alltag entfliehen.
Doch wie?
Ich hatte Gedanken, die man besser nicht hat.
Trank Alkohol um Freude zu empfinden.
Ich nahm Drogen um dem Alltag zu entfliehen.
Bettgeflüster mit fremden Menschen,
nur um ein wenig Nähe zu spüren.

Ja, ich knüpfte sogar Beziehungen..
jedoch nur um sie zu zerstören.
"Lass bloss niemanden an Dich ran."
Das war mein neues Lebensmotto!

"Bau deine Mauer so hoch du kannst,
Männer werden dich ohnehin nur wieder verletzen."

Das einzig stabile in meinem Leben?
Ja, das gab es.
Sie hatte sogar einen Namen
Darf ich vorstellen: Borderline.

Phase 4
Einsicht

Der Weg in die Psychiatrie…
Fortsetzung folgt….

Ok Kid - Borderline

1.10.16 22:23, kommentieren