Gruppendynamik

Tadaaaaa seit Montag befinde ich mich offiziell in der Experten Gruppe des DBT Programms. Heute war Visite - also die Vollversammlung von Medizynikern und Gehirnwartungsexperten! Der schönste Tag der Woche für Therapiejunkies wie mich!
Nachdem man meinen Kopf zerfickt hatte und ich nun Gedankenschwanger war, durfte ich mein Einzelzimmer räumen. Das hab ich natürlich hart gefeiert… NICHT!

Scheiss mal auf Radikale Akzeptanz! Ich hab keine eigene Badewanne mehr. Wo soll ich denn jetzt meine kleinen Rio Reiser Konzerte geben und mein narzisstisches Ego pushen?? Grund genug Streit zu suchen und meinen Druck ordentlich Luft zu machen.

Zufällig sah ich meine kleine Freundin mit der Charakter Neurose.. 3..2..1 und los! Meine Kamikazenmentalität war am Start und ich war wieder sternhagelsauer..
Im gleichen Gedankenzug wurde mir aber klar, dass ich weder Stärke noch Fortschritt mir gegenüber zeigte wenn ich immer wieder wegen Konflikten einen Nervenkrimi schob.

Was habe ich davon, lösungsorientierte Gespräche zu vermeiden? War es wirklich notwendig meine Beliebtheitsskala immer in die Tiefe zu ziehen?
Ein gemeinsamer Feind wirkt solidarisierend und das machte ich mir zu Nutzen. Ich war ein organisierter Krisenplaner, immer bereit dazuzulernen und über mich hinauszuwachsen wenn es um den Untergang der Personen geht, die mich um Feindschaft anbetteln.

Wieso verhielt ich mich jetzt so, dass ich andere leiden ließ?
Ich war doch früher selbst das Opfer und wusste wie man sich fühlt.

Ich musste mein Verhalten reflektieren, ging spazieren und inhalierte ein paar Glimmstängel von Herrn Dr. Marlboro. Mein Kopf wurde klar, meine Emotionen stabilisierten sich und mein Stress - Level befand sich auf der unteren Ebene.

Ohne es zu merken, stecke ich jemanden in eine Schublade ohne ihn zu kennen. Es war an der Zeit über mein Ego zu springen und meinen Stressfaktor persönlich anzusprechen. Ich erklärte mein Verhalten, sorgte für eine Frontbegradigung und hörte ihr zu. Ich habe schliesslich gelernt, dass mein Gegenüber fast immer mein Verhalten spiegelt. Sie entschuldigte sich und wir konnten wieder normal miteinander umgehen.

Und um diese Zwischenmenschliche Fertigkeit umzusetzen habe ich 4 Wochen gebraucht? Ernsthaft? Anscheinend litt ich an einer emotionalen Inkontinenz denn ich war so einfühlsam wie eine Schrottpresse.
Es ist nicht immer leicht aber 8 Wochen habe ich noch vor mir.
Nur die großen Katastrophen bringen den Fortschritt!
Lass mal an uns selber glauben!

17.11.16 00:37

Letzte Einträge: Kommunikation = Bahnhof? Bitte alle aussteigen!, Erwartungen , nicht immer einfach aber einfach ich - Du - Wir!, Leben, Leben

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jens (20.11.16 03:24)
SENF DAZU

Ich bin ein passionierte Morgenmuffel und das was Du beschreibst, ist meine Reaktion auf Morgenmenschen.

Wenn mich jemand morgens freudig anquatscht möchte ich denjenigen zusammenfalten, denn die laufen doch nicht ganz rund... Ist nicht wirklich sozial-verträglich, daher belasse ich es bei einem zurückgrunzen.

Worauf ich hinaus will: Schubladendenken funktioniert nicht. Auch Morgenmenschen kann man normal kommunzierten - nach 11 uhr, wenn ich mich aklimatisiert habe. Es geht immer darum einen Weg der Kommunikation zu finden, ohne gleich Backpfeifen zu verteilen.

LG

Jens

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen