Der Tag der Entlassung - Ab jetzt wird morgen scheisse

3 Monate.. 12 Wochen ..

Meine Therapie neigt sich dem Ende zu und ich werde aus dem stationären Programm genommen um an einer Art Express Beschulung in der Tagesklinik teilzunehmen. Um ehrlich zu sein, habe ich Angst. Ja, ich habe Angst vor dieser Endlossschleife der realen Welt, die mich vor Monaten in diese Klinik brachte.

Ich, der kleine Sozialautist, hatte mir meine eigene kleine Welt erschaffen und es zum ersten Mal geschafft, mich vor einem Menschen komplett zu öffnen, so dass jetzt Dinge in meinem Leben präsent waren, die ich früher meisterlich verdrängt hatte. Jetzt sollte ich in eine Tagesklinik?

Meine Mauern wurden eingerissen wie 1989.Dr. X hat sich Eintritt zu meinen Gedanken und meinen Gefühlen verschafft.. mit welchem Ergebnis? Man hatte mir meinen Schutz genommen. Ich lag in meinem Bett und wartete auf den Knall, der mich in meinaltes Raster fallen ließ.

Vielleicht bin ich auch einfach mit der momentanen Situation und mir selber überfordert. Wäre ja nicht das erste Mal - Gut gekotzt ist eben halb gefrühstückt. Als Theorist konnte ich viel mitnehmen. Nur die Welt die mich erwartet, hat sich nicht wirklich verändert. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen an dem ich mich ändern musste. Man kann eben nicht zweimal in den gleichen Fluß steigen. Ich beschloss, meinen Job zu kündigen um etwas zu beginnen was mich glücklich macht.

Ich besorgte mir einen Mitbewohner weil ich finanziell am Abgrund stand. Die Tatsache wieder alleine in meiner Wohnung zu sein, trieb mich in den Wahnsinn. Mein Drogenkonsum hatte sich verlagert.. in eine extreme Kaufsucht. Um an Geld zu kommen, habe ich Jobs gehabt, die ich gar nicht erwähnen möchte. Wenigstens hatte mir die Therapie etwas stabiles gebracht! Meine Familie, meine Fellnase und ich erkannte meine wahren Freunde. Momentan reise ich nur noch von einer Stadt in die nächste. Ich laufe vor mir selbst weg. Ich vermeide es, über mein Leben nachzudenken und es zu reflektieren.

6 Monate Therapie bewegen etwas in Dir und ich?Ich bewege mich einfach weg … ganz weit weg!Ich beschloss mein Leben auf der A7 zu verbringen und nie wieder zurück zu kommen. Nie mehr zurück zu dem Leben was ich führte oder zu den Menschen die mir nicht gut taten. Nur was soll jetzt mein Ziel sein? Die Nummer mit der Perspektivlosigkeit zieht jetzt nicht mehr…

Glücklich ist wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist!

23.12.16 03:12

Letzte Einträge: Kommunikation = Bahnhof? Bitte alle aussteigen!, Erwartungen , Leben, Leben

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


christoph (27.12.16 05:59)
Hallo,
ich bin durch Zufall bei Facebook auf Deinen Blog gestossen und habe ihn sehr interessiert gelesen.
Ich hoffe es geht Dir einigermaßen gut.
Aus eigener Erfahrung weiß ich dass man nach einer Therapie emotional aufgewuehlt ist und den "sicheren Hafen" der Klinik vermissen kann. Zudem sind Feiertage in solchen Situationen auch immer so eine Sache...
Ich hoffe Du hast bei Deiner Therapie das noetige Werkzeug bekommen um zukuenftig an Dir arbeiten zu koennen. Und verliere nicht den Mut auch wenn es anstrengend wird!
Ich finde es uebrigens bemerkenswert das Du durch diesen Blog hier einen Weg fuer Dich gefunden hast ja nicht nur das Geschehene zu verarbeiten, sondern gleichzeitig mit anderen zu kommunizieren.
Weiter so!


Koksmotte (3.1.17 02:10)
Hey Christoph!
Vielen lieben Dank für dein Feedback!!!
Therapie wühlt auf und macht was mit Dir! Ich habe sehr viel von der Therapie mitnehmen können und befinde mich in einer Tagesklinik. Ich hoffe es wird wieder etwas besser und das ich lerne besser damit umzugehen. Wir lesen uns! Bis bald! xxo

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